Streitpunkt Grillen auf Balkon und Terasse

Es ist in jedem Sommer ein leidiges Thema: Das Grillen auf dem Balkon oder im Garten. Ist es erlaubt oder nicht? Und worauf muss man achten? Auf dem Onlineportal rechtstipps.de wurden die wichtigsten Tipps zusammengetragen, damit das nachbarschaftliche Verhältnis nicht durch Rauchschwaden getrübt wird:

Für Mieter gilt:

Sofern nicht laut Mietvertrag und Hausordnung untersagt, darf zwischen April und September einmal im Monat auf dem Balkon gegrillt werden, sofern keine Schäden entstehen und keiner belästigt wird.

Für Wohnungseigentümer gilt:

Die Eigentümerversammlung entscheidet, ob gegrillt werden darf oder nicht. Sofern es kein Verbot gibt, hängt die Zulässigkeit auch hier von Faktoren wie Nähe zur Nachbarwohnung, Art des Grills sowie Dauer und Häufigkeit ab.

Für Haus- und Grundbesitzer gilt:

Verboten werden kann das Grillen nur, wenn der Nachbar aufgrund der Rauch- und Qualmbelästigung Fenster und Türen nicht mehr öffnen kann. Auch als Hausbesitzer sollte man allerdings Rücksicht nehmen und es mit dem Grillen im Sommer nicht übertreiben.

Sonderfälle Brandenburg und Nordrhein-Westfalen

Grundsäzlich gibt es also keine gesetzliche Regelung für das Grillen, Ausnahmen sind Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. In diesen beiden Bundesländern greift das jeweilige Landesimmissionsschutzgesetz. Fühlt sich ein Nachbar belästig, kann er die Polizei rufen und es drohen Bußgelder.

Egal ob gesetzlich und vertraglich geregelt oder nicht – höchstes Gebot beim Grillen ist die nachbarschaftliche Rücksichtnahme!

Spiral Cut: Bratwurst einmal anders

Bratwurst muss nicht langweilig sein. Wie wäre es zum Beispiel mit Bratwurst in Spiralform? Spiral-Cut nennt sich die außergewöhnliche Zubereitungsweise und ist ganz einfach nachzumachen: Einfach die Bratwurst auf einen Holzspieß stecken, spiralförmig einschneiden, grillen –  fertig! Vor allem Kindern kann man mit der außergewähnlichen Form eine Freude machen, denn sie kann extra viel Ketchup aufnehmen. Außerdem wird die Wurst beim Grillen so besonders knupsrig.

Eine Anleitung für den Spiral-Cut gibt es im nachfolgenden Video, wenngleich die dort verwendete Wurst nicht aussieht, als sollte man sie auf den Grill legen. Denn Achtung: Nicht jede Wurst ist zum Grillen geeignet! Alle Wurstspezialitäten die Nitritpökelsalz enthalten, gehören nicht auf den Grill, da bei den hohen Temperaturen giftige Substanzen entstehen können. Deshalb immer Bratwurst wie Thüringer oder Krakauer verwenden.

Streit mit den Nachbarn beim Grillen

Die Tageszeitung Aachener Nachrichten mahnt Grill-Liebhaber zur Rücksicht mit den Nachbarn. In einem Artikel vom 15.07. weist sie auf gesetzliche Regelungen und auf Gerichtsentscheidungen hin, die Griller kennen sollten, um einen Streit mit den Nachbarn oder mit ihrem Vermieter zu vermeiden.

Grundsätzlich darf im Garten gegrillt werden. Was die Grilldauer betrifft variiert die Rechtssprechung zwischen sechs Stunden pro Jahr und zweimal im Monat zwischen 17h und 22h. Das Landgericht München ist sogar der Ansicht, dass die Grilldauer nicht limitiert sei, da Grillen besonders im Sommer üblich sei und daher von den Nachbarn toleriert werden müsse. Sollten diese sich stark durch Lärm oder Qualm belästigt fühlen, müssten sie selbst den Nachweis dafür bringen.

Bewohnern einer Mietwohnung rät der Deutsche Mieterbund, in ihren Mietvertrag zu schauen, ob Grillen auf ihrem Balkon erlaubt ist.

Rechtliches zu „Grillen auf dem Balkon“

Grundsätzlich müssen Nachbarn das Balkon-Grillen aushalten, schreibt die Welt. Der Geruch des Grillgutes ist zu akzeptieren, da  sich die Gerichte am Geruch, der beim Kochen in der Küche bei offenem Fenster entsteht, orientieren. Der Rauch, der von Holzkohle ausgeht, darf allerdings „nicht regelmäßig und in konzentrierter Weise“ Nachbarn belästigen (Oberlandesgericht Oldenburg Az. 13 U 53/02).

Ein Gas- oder Elektrogrill schaffen hier folglich Abhilfe.

Was Grillzeiten und -häufigkeiten angeht, gibt es keine pauschalen Aussagen, da sich die Gerichte nicht einig sind (Landgericht Stuttgart, Az. 10 T 359/96; Landgericht Aachen, Az. 6 S 2/02). Hier wird immer im Einzelfall entschieden.