Grillsheriffs für den Tiergarten?

Die Zeit hat in ihrer Ausgabe vom 20. August 2009 ein interessantes Dossier über den Grillstreit in Berlin rausgebracht. Seitdem das Grillen im Berliner Tiergarten 1997 ausdrücklich erlaubt wurde, kommt es alljährlich aufgrund des Grillabfalls zu heftigen Protesten. 1999 hat der Berliner Umweltsenator Flugblätter mit einer Grillordnung verteilt, damit es nicht aussehe "wie Sau". Im Mai diesen Jahres wurde die Debatte mit Beginn der Grillsaison erneut angeregt, u.a. durch den Vorschlag des CDU-Fraktionsvositzenden Uwe Götze einen privaten Sicherheitsdienst im Tiergarten durch eine Grillabgabe von 5 Euro pro Grillplatz zu finanzieren. Es stimmt schon, die Leute tragen nicht nur sämtliches Gartenzubehör aus Berlin in den Tiergarten, sondern leider auch Wegwerfartikel, die dann auch wild weggeworfen werden. In ihrem Artikel macht Stefanie Flamm jedoch deutlich, dass mehr hinter dem Grillstreit steckt als nur die Sorge um die Umwelt. Denn es sind vor allem Migranten, die am Wochenende mit Kind und Kegel den Tiergarten aufsuchen und ihn zu ihrem „öffentlichen Wohnzimmer“ machen. Der Protest einiger Politiker und vieler Anwohner rühre demnach womöglich daher, dass diese Personen (noch) nicht akzeptiert hätten, dass sie in einem Einwanderungsland leben. So lautet zumindest die These von Stefanie Flamm.

Während sie  nur wahrnehmen, dass „ihr“ Tiergarten mit der Flut der Migranten unordentlicher und schmutziger geworden ist, meinen andere, wie der Baustadtrat Gothe, dass das Grillen im Park ein „Symbol gelebter Integration“ sei. Doch ob es sich wirklich um Integration handelt, ist strittig, wenn man bedenkt, dass die Migranten meist unter sich bleiben und zudem ihren Abfall liegen lassen. „Kann es sein“, fragt Stefanie Flamm, „dass der Tiergarten ein Raum ist, den die Stadt den Migranten gibt, damit jeder sieht, dass sie sich kümmert? Und schickt die Stadt vielleicht deshalb so geduldig jeden Morgen Putzkolonnen vorbei, damit niemand merkt, dass mit der gelebten Integration einiges nicht stimmt?“.

Aysie Henki bedeutet das Grillen im Tiergarten jedenfalls viel. Anfangs sei ihr Deutschland kalt vorgekommen, da sie ohne Verwandte oder Freunde, und ohne Garten oder Balkon da stand. Erst durch das gemeinschaftliche Grillen im schönen Tiergarten habe sie sich Deutschland als Heimat vorstellen können.

Virtuelles Grillen

20090819-bell-grillchef-iphone1Mit der Grill-App von der Agentur Rod Kommunikation kann man nun auch virtuell grillen. Um die Glut anzuheizen pustet man durch das Mikrofon und über Bewegung auf dem Touchscreen kann man die Wurst wenden und hin- und herbewegen. Die App ist laut Blogging Tom im Apple Store erhältlich.

Grillen: die letzte Männerdomäne?

Grillen gilt weithin als reine Männersache. Ursprünglich, gefährlich und kraftvoll, so wirkt das Garen am offenen Feuer. Frauen nehmen oft nur eine Nebenrolle ein, indem sie Salate und Beilagen präparieren. Dieses Phänomen lässt sich, so die Motivforscherin Dr. Helene Karmasin, mit unserem traditionellen Ernährungssystem erklären. In unseren Mahlzeiten bildet Fleisch oft das Zentrum der Speise, Gemüse oder Salat begleiten es lediglich. „In unserem Ernährungssystem markiert Fleisch die Achse des Männlichen. Wir verbinden es mit Kraft, Energie und mit ‚hochstehend‘. Pflanzliche Lebensmittel stellen dem gegenüber die Achse des Weiblichen dar: friedlich, ’nicht hochstehend‘.“

„Je mehr Kontakt mit Hitze bzw. mit Feuer desto männlicher“, lautet die These Karmasins.

Grillpraline im Vanillejoghurtschaum

In einem Interview der FAZ vom 6.07.2009 erklärt Thomas Brinmann, Weltmeister und Deutscher Meister im Grillen, worauf es bei Grillwettbewerben ankommt: Organisation, Teamgeist und vor allem Kreativität. Bei den Wettbewerben werde stark auf die Beilagen geachtet, daher verwendet Brinkmanns Team „TB&The BBQ Scouts“ viel Obst und Gemüse um die Gerichte aufzupeppen.

Bei der deutschen Weltmeisterschaft haben sie ein Fünf-Gänge-Menü zubereitet, das u.a. aus Krabbenbratwürsten mit Papayasalat, Spareribs mit kandierter Chili-Ananas, und gegrillter Rinderhüfte mit gegrillten Spargelflößen bestand. Als Dessert  hat das Team eine Grillpraline im Vanillejoghurtschaum serviert, landete damit aber nur auf Platz 8. „ Die anderen haben sich bei den Desserts extrem weiterentwickelt und haben unglaubliche Sachen aufgetischt“, so Thomas Brinmann.

Fleisch ist mein Gemüse

Traditionell steht die Frau am Herd und der Mann ist der Brotverdiener der Familie. Weshalb gibt es dann so viele bekannte Star-Köche und Grill-Könige, aber fast keine Meister-Köchinnen oder Grill-Königinnen?

In einem Interview des NDR vom 12.07. hat Star-Koch Tim Mälzer seine Theorie dazu erklärt. Zur Berufung eines Starkoches gehöre nicht nur die Gabe zum Kochen, sondern auch zur Selbstdarstellung, und diese Eigenschaft sei typisch männlich. Er nennt es das Pfauensyndrom: wie ein Pfau, der ein Rad schlägt, beeindrucken viele Starköche und Grillmeister nicht nur mit ihrem Können, sondern auch mit viel Gehabe.

So lässt sich vielleicht auch erklären, weshalb Grillen v.a. ein Männerhobby ist. Beim Grillen kann der Meister direkt bei der Arbeit beobachtet und gelobt werden, und zwar nicht nur für seine Leistungen, sondern auch für seinen Grill. Tim Mälzer gibt zu, dass selbst moderne und emanzipierte Männer manchmal gern den Macho raushängen lassen und dabei helfen Gerätschaften wie Bohrer, dicke Stereoanlagen und Grille ganz gut. Daher kümmern sich Männer lieber um das Fleisch und überlassen den Frauen die Salate und das Gemüse. Etwas klischeehaft diese Theorie, aber vielleicht steckt etwas Wahrheit drin, sie stammt schließlich von einem Fernsehkoch.

Grill-Typologie des Tagesspiegels

Auch wenn das schöne Wetter für ein paar Tage Pause macht, freuen sich in Deutschland alle auf einen schönen Sommer und eine tolle Grillsaison. „Grillen, chillen, Bierli killen“, das ist das Motto, wie eine facebook-Gruppe desselben Namens verkündet. „Feini Würscht, gueti Steaks odr au Sparrips, dezue es Bier, DAS ISCH EIFACH S GRÖSST“. Folgt man der Grill-Typen-Typologie des Tagesspiegels vom 2.Juli hört man da den  so genannten „Kerl“ heraus, der schon ab Mitte März mit seinen Kumpels jeden Samstag zwanzig Sixpacks Billigbier in den Parkt schleppt, das mitgebrachte Fleisch auf den billigen Tankstellengrill wuchtet und es anschließend verbrennen lässt, da niemand, trotz anfänglicher Euphorie und Großtuerei, so richtig Ahnung hat vom Grillen. Macht aber nichts, das Fleisch wird einfach mit Jägersauce ertränkt und trotzdem gegessen. So was würde dem „Profi“ in seiner Multifunktionshose und seinem professionellen Grill nie passieren.

Ob Kerl, Profi, Mädchen, Schnorrer, Elektrogriller oder Avantgardist mit Gemüsespießen und Pangasiusfilet im Bananenblatt: jeder Grillliebhaber findet sich wieder in der Tagesspiegel-Typologie, also falls ihr euch zu diesen zählt, lohnt sich ein Blick auf die Internetseite.

Der 1. deutsche Bratwurstclub

Die Firma Kleinemas hat dem Grillen ein offizielles, symbolisches Denkmal in Form des 1. deutschen Bratwurst Clubs gesetzt. Die kostenlose und unverbindliche Mitgliedschaft bietet verschiedene Vorteile: exklusive Shop-Artikel, Treffs & Parties, Club-Meisterliga,…

Grillen: Männer & Frauen

Die Grillsaison hat endlich wieder angefangen. Daher ist es wichtig, dass wir uns ein paar Regeln des Outdoor-Kochens in Erinnerung rufen. Grillen ist das einzige Kochen, das echte Männer unternehmen, weil damit ja immer eine gewisse Gefahr (vgl. die Beiträge Gefährliches Kohlenmonoxid und Sicheres Grillen mit Kindern) verbunden ist.

Wenn ein Mann sich dazu bereit erklärt, das Grillen zu übernehmen, wird die folgende Kette von Ereignissen ausgelöst:

  • Die Frau kauft das Essen!
  • Die Frau macht den Salat, bereitet das Gemüse und den Nachtisch vor!
  • Die Frau bereitet das Fleisch fürs Grillen vor, legt es zusammen mit allen notwendigen Utensilien auf ein Tablett und trägt es nach draußen, wo der Mann schon mit einem Bier in der Hand vor dem Grill sitzt. Und hier kommt der ganz wichtige Punkt des Ablaufs:

Der Mann legt das Fleisch auf den Grill.

Danach mehrere Routinehandlungen,

  • Die Frau bringt die Teller und das Besteck nach draußen.
  • Die Frau informiert den Mann, dass das Fleisch gerade anbrennt.
  • Er dankt ihr für diese wichtige Information und bestellt gleich noch mal ein Bier bei ihr, während er sich um die Notlage kümmert. Und dann wieder ein ganz wichtiger Punkt!

Der Mann nimmt das Fleisch vom Grill und gibt es der Frau.

Danach wieder Routine.

  • Die Frau arrangiert die Teller, den Salat, das Brot, das Besteck, die Servietten und Saucen und bringt alles zum Tisch raus.
  • Nach dem Essen räumt die Frau den Tisch ab, wäscht das Geschirr und wieder ganz wichtig!

Alle loben den Mann für seine Kochkünste und danken ihm für das tolle Essen.

Der Mann fragt die Frau, wie es ihr gefallen hat, mal nicht kochen zu müssen. Wie er dann sieht, dass sie leicht eingeschnappt ist, kommt er zu dem Schluss, dass man es den Weibern sowieso nie Recht machen kann.

Sexy Barbecue mit Megan Fox

Das amerikanische Magazin Esquire hat in seiner Juni Ausgabe den Transformers-Star Megan Fox auf dem Cover. Greg Williams hat mit einer Red One Kamera einen Tag mit Megan Fox festgehalten. Hierbei ist an dieser Stelle natürlich besonders interessant, dass die hübsch anzuschauende Megan ihren Grill anwirft und Bier trinkend ein kleines Barbecue für sich veranstaltet.

Wir dürfen ihr dabei dabei zusehen! Toll, weiter so Megan!

SWR3 Grillparty mit Johann Lafer

Deutschlands interaktive Grillparty geht in die fünfte Runde. Star-Koch Johann Lafer wird am 1. Mai von 16 bis 22 Uhr mit Simone Thomalla und SWR3-Land zusammen grillen. Über das Radio werden wieder tausende von SWR3-Hörern mit dabei sein und synchron mitgrillen. Zutaten, Blog, Videos und vieles mehr gibt es auf swr3land.de.