Grillen im Tiergarten verboten

Dem Tagesspiegel zufolge bleibt das Grillen im Berliner Tiergarten voraussichtlich bis zum 13. August verboten. Wegen der Hitze und der damit verbundenen Trockenheit bestehe eine erhöhte Waldbrandgefahr. Auch in Neukölln hersche generelles Grillverbot, genau wie im  Speinickendorf, Spandau und Tempelhof. Der Berliner Kurier schafft jedoch Abhilfe und informiert, wo Sie in Berlin trotzdem noch grillen können. Zwar herrsche in Neukölln auch generelles Grillverbot, genau wie in Reinickendorf, Spandau und Tempelhof. Dafür könne aber in Pankow im Mauerpark, in Lichtenberg und auf zwei offiziellen Grillplätzen in Friedrichshain-Kreuzberg gegrillt werden.

Grillsheriffs für den Tiergarten?

Die Zeit hat in ihrer Ausgabe vom 20. August 2009 ein interessantes Dossier über den Grillstreit in Berlin rausgebracht. Seitdem das Grillen im Berliner Tiergarten 1997 ausdrücklich erlaubt wurde, kommt es alljährlich aufgrund des Grillabfalls zu heftigen Protesten. 1999 hat der Berliner Umweltsenator Flugblätter mit einer Grillordnung verteilt, damit es nicht aussehe "wie Sau". Im Mai diesen Jahres wurde die Debatte mit Beginn der Grillsaison erneut angeregt, u.a. durch den Vorschlag des CDU-Fraktionsvositzenden Uwe Götze einen privaten Sicherheitsdienst im Tiergarten durch eine Grillabgabe von 5 Euro pro Grillplatz zu finanzieren. Es stimmt schon, die Leute tragen nicht nur sämtliches Gartenzubehör aus Berlin in den Tiergarten, sondern leider auch Wegwerfartikel, die dann auch wild weggeworfen werden. In ihrem Artikel macht Stefanie Flamm jedoch deutlich, dass mehr hinter dem Grillstreit steckt als nur die Sorge um die Umwelt. Denn es sind vor allem Migranten, die am Wochenende mit Kind und Kegel den Tiergarten aufsuchen und ihn zu ihrem „öffentlichen Wohnzimmer“ machen. Der Protest einiger Politiker und vieler Anwohner rühre demnach womöglich daher, dass diese Personen (noch) nicht akzeptiert hätten, dass sie in einem Einwanderungsland leben. So lautet zumindest die These von Stefanie Flamm.

Während sie  nur wahrnehmen, dass „ihr“ Tiergarten mit der Flut der Migranten unordentlicher und schmutziger geworden ist, meinen andere, wie der Baustadtrat Gothe, dass das Grillen im Park ein „Symbol gelebter Integration“ sei. Doch ob es sich wirklich um Integration handelt, ist strittig, wenn man bedenkt, dass die Migranten meist unter sich bleiben und zudem ihren Abfall liegen lassen. „Kann es sein“, fragt Stefanie Flamm, „dass der Tiergarten ein Raum ist, den die Stadt den Migranten gibt, damit jeder sieht, dass sie sich kümmert? Und schickt die Stadt vielleicht deshalb so geduldig jeden Morgen Putzkolonnen vorbei, damit niemand merkt, dass mit der gelebten Integration einiges nicht stimmt?“.

Aysie Henki bedeutet das Grillen im Tiergarten jedenfalls viel. Anfangs sei ihr Deutschland kalt vorgekommen, da sie ohne Verwandte oder Freunde, und ohne Garten oder Balkon da stand. Erst durch das gemeinschaftliche Grillen im schönen Tiergarten habe sie sich Deutschland als Heimat vorstellen können.