Erste Hilfe bei Grillunfällen

Bei einem Grillunfall in Bischofsgrün hat eine Studentin am Mittwoch schwere Verbrennungen an den Armen, der Brust und im Gesicht erlitten und musste mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen werden. Unfallursache: Ihr 14-jähriger Bruder hatte Spiritus in den brennenden Grill gegossen. Sein Verhalten war leichtsinnig, ist aber kein Einzelfall. „Aus Leichtsinn, Unkenntnis oder wegen ungeeigneter Gerätschaften kommt es bundesweit jedes Jahr zu 2000 bis 3000 Grillunfällen, etwa 500 Patienten erleiden schwere Verbrennungen mit bleibenden Schäden, sagt Professor Dr. Peter Vogt, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin (DGV) und Direktor der Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

Ob man sich nun Verletzungen davon getragen hat, weil man Spiritus auf die Flammen gegossen hat, oder weil man sich am heißen Grillrost oder an den Holzkohlen verbrannt hat, in allen Fällen ist schnelles Handeln gefragt. Professor Dr. Hademar Bankhofer gibt Erste Hilfe Tipps gegen schmerzende Brandwunden.

Als erstes sollte man 15 bis 30 Minuten lang die verbrannte Stelle mit kaltem Wasser kühlen. Eiswasser und Eiswürfel sollte man nicht verwenden, die verstärken den Schmerz.

Hinterher kann man eine Hamamelis-Salbe auf die Stelle reiben. Nachdem der erste Schmerz getilgt ist, kann man die Heilung beschleunigen indem man z.B. einen Umschlag mit dem Absud von Eichenrinde auf die Haut legt.

Professor Dr. Hademar Bankhofer warnt davor, Brandblasen zu öffnen, denn diese seien ein Schutz für die Wunde.

Grillregeln der plastischen Chirurgen

Hört sich erst einmal an wie ein Witz, sind aber ernstzunehmende Hinweise derjenigen Fachleute, die pro Grillsaison mit 4.000 Verbrennungsopfern konfrontiert werden. Die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) gibt in einer Pressemitteilung wichtige Hinweise für ein unbeschwertes Grillvergnügen.

Die plastischen Chirurgen warnen unter anderem vor dem unachtsamen Umgang mit Brandbeschleunigern. Dieser zählt zu den häufigsten Ursachen für Grillunfälle. Zum Anzünden sollte man nur zugelassene Produkte mit dem DIN-CERTCO– Zeichen verwenden. Der Einsatz von Spiritus bzw. Benzin ist verbietet sich in jedem Fall.

Auch sollten Eltern darauf achten, dass Kinder immer einen sicheren Abstand zum Grill einhalten. Der Nachwuchs ist beim Grillen besonders gefährdet. Sand, eine Löschdecke oder ein funktionstüchtigerFeuerlöscher sollten zur Sicherheit bereit stehen, denn das Löschen mit Wasser ist gerade bei brennendem Fett höchst gefährlich.