Süß, scharf, brasilianisch – 3 Grill-Trends für den Sommer

Auf dem Grill sollte es nie langweilig werden. Warum also nicht einmal in ferne Länder schweifen und neue Geschmacksrichtungen ausprobieren?

Churrasco

Die Fußballweltmeisterschaft steht vor der Tür und sie ist das Thema Nummer 1 in den Medien und im Einzelhandel. Aber wie grillt man eigentlich in Brasilien? Beim sogenannten Churrasco wird Fleisch auf langen Spießen über dem offenen Feuer zubereitet.

Verwendet wird dabei vor allem Pincanha (Tafelspitz), aber auch andere Stücke vom Rind, sowie Huhn, Hühnerherzen oder Lamm. Das Grillgut wird vorab nur ganz schlicht mit grobem Meersalz gewürzt, als Beilagen gibt es Salate und Salsa. Die Churrasqueira ist klassicherweise ein offener Backsteingrill, mittlerweile gibt es aber auch Spießeinsätze für den Gasgrill, Holzkohlegrill oder Pelletgrill. Bom apetite!

Hot & Spicy

Geht es nach Weber, wird es in diesem Sommer „Hot & Spicy“. Seit 2014 ist das gleichnamige Grillbuch auf dem Markt und rundet das Weber-Sortiment ab. Grillexperte Jamie Purvience heizt den Lesern am Grill dabei richtig ein: vom leicht-scharfen Kribbeln auf der Zunge bis zum höllisch-scharfen Brennen ist für jeden Schärfe-Geschmack etwas dabei.

Neben feurigem Grillgut gibt es auch Rezepte für würzige Beilagen und aromatische Saucen. Und in einem kleinen Chili-Lexikon werden verschiedene frische, getrocknete und gemahlene Sorten vorgestellt und deren Verarbeitung erklärt. Weber’s Hot & Spicy sowie die vielen anderen Grillbücher wie Weber’s Burger, Weber’s Veggie, Weber’s Seafood oder der klassiker Weber’s Grillen mit Holzkohle sind direkt im Onlineshop des GU-Verlags erhältlich.

BBQuchen

Wer es lieber süß statt scharf mag, für den gibt es in diese Grillsaison etwas ganz Neues: den BBQuchen. Er sieht aus wie eine Bratwurtst, tatsächlich verbirgt sich dahinter aber ein Kuchen vom Grill. Die Erfindung der beiden Lebensmitteltechnologie-Studenten Felix Walz und Georg Lenz wird zubereitet wie eine Grillwurst, schmeckt aber nach Mohn mit Mango, Haselnuss mit Karotte oder Zucchini mit Kokos.

Das etwas andere Grill-Dessert bekommt auf dem Grill eine knusprige Kruste und bleibt innen saftig wie eine perfekter Kuchen. Serviert mit einer fruchtigen Soße ist er eine leckere Überraschung zum Abschluss eines gelungenen Grillabends. Auf der Facebook-Seite von BBQuchen gibt es aktuelle Infos.

Grillen mit Meerrettich – leckere Rezepte und frische Schärfe

Die scharfen Wurzeln der Meerrettichpflanze kennt man in Norddeutschland vor allem mit Sahne verfeinert in Kombination mit Lachs. Doch der Kren, wie Meerrettich auch genannt wird, ist weitaus vielseitiger. So kann man daraus leckere Marinaden und Füllungen für Grillfleisch oder würzige Dips herstellen. Das Familienunternehmen Schamel Meerrettich präsentiert auf seiner Website viele unterschiedliche Rezepte und hat uns freundlicherweise ein kleines Sortiment seiner Kren-Variationen zum Testen zur Verfügung gestellt: Meerrettich von mild bis extra-scharf sowie die reibefrischen Raspelstix.

schamel-meerrettich

Meerrettich – gesund, pflegeaufwendig und regional

Meerrettich enthält viele Vitamine und Mineralstoffe, zum Beispiel doppelt so viel Vitamin C wie eine Zitrone. Doch der Anbau erfordert auch heute noch viele Arbeitsschritte von Hand. So muss jede einzelne Stange während des Wachstums im Sommer zum Entfernen von Kopf- und Nebentrieben zweimal aus- und wieder eingegraben werden, damit man schließlich schöne, glatte Stangenwurzeln ernten kann. Das Familienunternehmen Schamel hat sich bereits seit über 150 Jahren der Meerrettichproduktion verschrieben und nimmt nahezu die gesamte Meerrettichernte der bayerischen Krenbauern ab. So wird der Meerrettich zur heimischen und vielseitigen Würzalternative. In der bayerischen Küche ist er bereits fest verankert. Mit den folgenden Rezeptideen könnten aber auch wir Norddeutsche auf den Geschmack gebracht werden.

Meerrettich als Marinade, Füllung und Bruschetta

meerrettich-marinade-zutaten

Neue Ideen für selbstgemachte Marinaden und Rubs sind immer willkommen, sodass die Meerrettichmarinade für Nackensteaks natürlich unbedingt ausprobiert werden musste. Die Herstellung ist etwas aufwendiger als bei anderen Würzmischungen, da die Zutaten nicht nur vermischt, sondern die Zwiebeln für die Marinade auch angedünstete werden müssen. Das Ergebnis aber konnte überzeugen: Die Nackensteaks hatten ein fein-würziges Aroma und die Schärfe des Meerrettich war dezent herauszuschmecken. Wir haben den Schamel Meerrettich Scharfwürzig verwendet, wer es etwas intensiver mag, kann sich einmal an den Rachenputzer heranwagen.

meerrettich-nackensteaks

 

Dass Meerrettich nicht nur als Marinade, sondern auch als Füllung eine gute Figur macht, beweisen die Meerrettichschnitzel vom Schweinefilet. Die Kombination aus Senf, Meerrettich, Zwiebeln und Kräutern war wirklich lecker und hat den Geschmack des Schweinefleichs wunderbar unterstützt. Als dritte Variante wurden schließlich noch Meerrettich-Bruscetta mit Speck zubereitet. Hier kamen die Raspelstix von Schamel zum Einsatz. Diese haben eine ordentliche Schärfe, die man mit Frischkäse etwas mildern kann. Die Rezeptidee ist ebenso lecker wie die anderen Gerichte – aber eher für diejenigen geeignet, die es wirklich scharf mögen.

meerrettich-brot

Fazit: Wer hätte gedacht, dass Meerrettich so vielseitig sein kann? Deshalb verdient er definitiv einen festen Platz in der Küche! Eine leckere Alternative zur roten Schärfe von Chili und Co., die frische Geschmackserlebnisse in die Grillsaison bringt. Wir werden auf jeden Fall noch weitere Gerichte ausprobieren!

Wie esst ihr Meerrettich am liebsten?