Grillen nach Gesetz

Humorvoll hat die Frankfurter Rundschau die vergangenen Debatten über die Risiken beim Grillen in einem imaginären Grillgesetz verarbeitet. Hier ein Auszug:

Artikel I:  Grillen verpflichtet. (1) Der Grill ist nach bestem Wissen und Gewissen auszuwählen… (2) Nachhaltiges Braten ist mit Einweggrills unvereinbar, letztere werden bei Strafe verboten. (…)

Artikel II: Körperliche Unversehrtheit am Grill (1) Jeder hat das Recht auf Leben. Wenn also krankmachendes Fleisch mit krankmachenden Soßen verzehrt wird, darf wenigstens die Zubereitung nicht krank machen. (…)

Artikel III: Schutz von Passivgrillern in der Öffentlichkeit (1) Jeder hat das Recht auf die freie Ausbreitung seines Grillguts, soweit er nicht die Lungen anderer beschädigt. (2) Der Rauchaufstieg findet seine Grenzen, wenn polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) entstehen.

Artikel IV: Waffenmissbrauch(1) Alle Griller haben das Recht, sich ohne Anmeldung friedlich und ohne Waffen am Grill zu versammeln. (2) Die Nutzung flüssiger Grillanzünder wie Spiritus ist deshalb verboten.(…)

Artikel VI: Verweigerung aus Gewissensgründen
(1) Männer können vom vollendeten 18. Lebensjahr an nicht mehr am Grillen gehindert werden.(2) Wer aus Gewissensgründen gegenüber Bauxit-Arbeitern oder Regenwald den Wendedienst an der Wurst verweigert, kann Ersatzdienst mit Tupperware oder tropenholzfreier Kohle leisten.(…)

Zu scharfes Grillen erhöht das Darmkrebsrisiko

Im Rahmen des Programms  European Investigation into Cancer and Nutrition (kurz EPIC) führte das Deutsche Krebsforschungszentrum Heidelberg eine Studie an 4482 Teilnehmern durch, um zu untersuchen, welchen Einfluss der Verzehr von zu scharf angebratenem Fleisch auf das Darmkrebsrisiko hat. Beim Braten oder Grillen entstehen nämlich sogenannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe oder heterozyklische aromatische Amine. Diese stehen unter dem Verdacht, die Entstehung von Darmkrebs durch spezielle Gewebeveränderungen (Adenome) zu fördern.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum bestätigt nun diesen Verdacht, indem es einen Zusammenhang zwischen der Vorliebe für stark Gebratenes und der Häufigkeit von Adenomen belegte. Die Forscherin Dr. Sabine Rohrmann und ihre Kollegen warnen daher in einer Pressemitteilung eindringlich vor zu langem, heftigem  Erhitzen, besonders beim Grillen. Denn die genannten Stoffe sind nur ein Teil der Gefahrensubstanzen, die dabei entstehen können.