Grillrezepte finden

Wer im Internet nach Grillrezepten sucht, findet eine Menge guter Ideen. Auf großen Rezeptseiten, wie Chefkoch.de, gibt es eine eigene Kategorie für’s Grillen mit über 2.000 Rezepten. Es gibt aber auch spezielle Portale, die sich aussschließlich mit Grillrezepten beschäftigen, wie beispielsweise Grillrezepte.eu.

Der Vorteil dieser Rezepte aus dem Internet ist die große Vielfalt und die Möglichkeit, diese kostenlos abzurufen. Nachteilig ist, dass die Rezepte in der Regel nicht von Köchen geschreiben wurden, wie es bei Rezeptbüchern häufig der Fall ist, sondern von Jedermann. So kann sich auch einmal ein Fehler in das Rezept einschleichen, wodurch das nachgekochte Menü im schlimmsten Fall ungenießbar wird.

Rezeptbücher bieten einen weiteren Vorteil gegenüber den Rezepten aus dem Internet: Einige von ihnen sind auf einen bestimmten Typ von Grill zugeschnitten. Beispielsweise gibt es die „Weber’s Grillbibel“, welche nur vom Grillen auf den Kugelgrill von Weber handelt. So können Rezepte exakter beschrieben werden, beispielsweise mit Angabe der Temperatur. Dafür kosten diese Bücher auch ein paar Euro.

Egal ob man nun Rezepte aus dem Internet oder aus einem Rezeptbuch nachkocht, man kann immer seine eigenen Ideen mit einbringen und so ein ganz individuelles Menü gestalten. Wer selbst etwas wagt und zum Beispiel eigens erdachte Marinaden ausprobiert, kann seine Rezepte auch selbst online stellen, um andere an seinen Grilltipps teilhaben zu lassen.

Austro Grill – Grillrezepte aus Österreich

Im Innsbrucker Löwenzahn Verlag ist ein interessantes Grillbuch mit dem Titel Austro Grill erschienen: Ich hatte das Glück, an ein Rezensionsexemplar zu kommen und konnte einen ersten Blick auf den Inhalt werfen. Das Autorentrio besteht aus den „zwei Männern am Grill“ und einer Dame.

Jörg Wörther ist ein hoch dekorierter Koch und realisiert mit seiner Firma Primetaste verschiedene gastronomische Projekte. Toni Mörwald ist ebenfalls ausgezeichneter Koch, betreibt mehrere Gourmet-Restaurants  und eine Kochschule. Renate Wagner-Wittula ist Verfasserin zahlreicher Kochbücher und Mitherausgeberin des Wirtshausführers „Wo isst Österreich?“.

Austro Grill enthält über 200 raffiniert einfach Rezepte. Das Buch ist sehr schön gelayoutet und gut bebildert. Nicht alle Gerichte sind unbedingt typisch österreichisch und nicht alle sind ausschließlich für den Grill gedacht. Salate, Dips und Saucen sowie Drinks und Desserts runden das Inhaltsverzeichnis ab. Zu Beginn erhält der Leser eine Einweisung in die hohe Kunst des Grillens plus Basiswissen zu Grillgeräten, Sicherheitsaspekten und unterschiedlichem Grillgut.

Ein Schmankerl ist sicherlich das kleine Kapitel zum Thema Tajine. Damit bezeichnet man ein rundes Gefäß aus gebranntem Lehm, das auf Holzkohlefeuer für die Zubereitung gleichnamiger Schmorgerichte verwendet wird. Man findet es vor allem in der nordafrikanischen Küche … und offenbar auch in Österreich. Bei der ersten Durchsicht fielen mir außerdem einige interessante Grillspieße ins Auge. Ungewöhnlich ist zusätzlich sicher ein Abschnitt für das Frühstück vom Grill.

Ein besonderer Hit ist das kleine Glossar, das Nicht-Österreicher einige spezielle Begriffe „übersetzt“, von Blunz’n (Blutwurst) über Melanzini (Auberginen), Paradeiser (Tomaten) und Schlagobers (Schlagsahne) bis Topinambur (Süßkartoffel).

Und zum Schluss noch ein kleines Zitat aus dem enthaltenen Interview mit den beiden Spitzenköchen Wörther und Mörwald, das ich persönlich unterstreichen möchte. Auf die Frage, was Mann so viel Freude am Grillen macht, antwortet Toni Mörwald:

Also ich habe das oftmals untersucht und bin letztendlich immer zum gleichen Ergebnis gekommen: Es ist ausschließlich das Bier, das traditionellerweise beim Grillen in Strömen fließt, das die Männer zum Grillen animiert.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Making of: Grillen auf dem iPhone

In einer interessanten Hintergrundgeschichte schildert der Mac-Software-Hersteller equinux die Entstehung einer witzigen Applikation, mit der man auf seinem iPhone grillen kann. Der Leiter des Projekts Till Schadde verwirklicht sich damit einen echten Männertraum. Mit Hilfe seines Entwicklerteams und zusammen mit Koch Frank Heppner sowie Sounddesigner Philipp Sellier ist wirklich ein grill-und softwaretechnisches  Gesamtkunswerk entstanden. Dafür wurden 30 Kilo Holzkohle verfeuert, 500 Euro in Grillgut investiert und 160 GB Fotomaterial aufgenommen.

Das Ergebnis: Für nur 79 Cent kann man die App erwerben, über die sich T-Bone-Steaks, Spare Ribs, Putenspieße, Bratwürste und Maiskolben über simulierter Holzkohleglut bräunen und danach auf unterschiedlichen Tischdecken servieren lassen. Der Tipp zum Grillen – Making of kam übrigens vom (Grill-)Plattenexperten audiossey. Danke dafür!