Frauen an den Grill, Männer an den Herd

Die Zeitung das allgäu online nimmt in einem Artikel vom 28.08.2009 Klischees über das männliche und weibliche Essverhaltenunter die Lupe. Die Unterschiede, die man am Tisch zwischen den Geschlechtern beobachten kann, lägen hauptsächlich an kulturellen und sozialen Faktoren. Schon in jungen Jahren werde das Essverhalten von Kindern geprägt. Während von Jungen erwartet werde, dass sie viel Fleisch essen, um groß und stark zu werden, sollen Mädchen auf ihr zartes Erscheinungsbild achtgeben. Frauen würden daher mehr Gemüse und Salat essen. Außerdem kauen sie gründlich und essen langsam, während Männer stark Gewürztes und Gehaltvolles bevorzugen und ihre Mahlzeit mit großen Bissen verzehren. Passend zu diesem Männerbild steht der Mann sonntags gern in Nachbars Garten um seine Grillkünste vorzuführen, wohin gegen die Frau die Rolle der alltäglichen Versorgerin einnimmt.

Fleisch ist mein Gemüse

Traditionell steht die Frau am Herd und der Mann ist der Brotverdiener der Familie. Weshalb gibt es dann so viele bekannte Star-Köche und Grill-Könige, aber fast keine Meister-Köchinnen oder Grill-Königinnen?

In einem Interview des NDR vom 12.07. hat Star-Koch Tim Mälzer seine Theorie dazu erklärt. Zur Berufung eines Starkoches gehöre nicht nur die Gabe zum Kochen, sondern auch zur Selbstdarstellung, und diese Eigenschaft sei typisch männlich. Er nennt es das Pfauensyndrom: wie ein Pfau, der ein Rad schlägt, beeindrucken viele Starköche und Grillmeister nicht nur mit ihrem Können, sondern auch mit viel Gehabe.

So lässt sich vielleicht auch erklären, weshalb Grillen v.a. ein Männerhobby ist. Beim Grillen kann der Meister direkt bei der Arbeit beobachtet und gelobt werden, und zwar nicht nur für seine Leistungen, sondern auch für seinen Grill. Tim Mälzer gibt zu, dass selbst moderne und emanzipierte Männer manchmal gern den Macho raushängen lassen und dabei helfen Gerätschaften wie Bohrer, dicke Stereoanlagen und Grille ganz gut. Daher kümmern sich Männer lieber um das Fleisch und überlassen den Frauen die Salate und das Gemüse. Etwas klischeehaft diese Theorie, aber vielleicht steckt etwas Wahrheit drin, sie stammt schließlich von einem Fernsehkoch.