Rechtliches zu „Grillen auf dem Balkon“

Grundsätzlich müssen Nachbarn das Balkon-Grillen aushalten, schreibt die Welt. Der Geruch des Grillgutes ist zu akzeptieren, da  sich die Gerichte am Geruch, der beim Kochen in der Küche bei offenem Fenster entsteht, orientieren. Der Rauch, der von Holzkohle ausgeht, darf allerdings „nicht regelmäßig und in konzentrierter Weise“ Nachbarn belästigen (Oberlandesgericht Oldenburg Az. 13 U 53/02).

Ein Gas- oder Elektrogrill schaffen hier folglich Abhilfe.

Was Grillzeiten und -häufigkeiten angeht, gibt es keine pauschalen Aussagen, da sich die Gerichte nicht einig sind (Landgericht Stuttgart, Az. 10 T 359/96; Landgericht Aachen, Az. 6 S 2/02). Hier wird immer im Einzelfall entschieden.

Gefährliches Kohlenmonoxid

Häufig wird die fatale Wirkung von Kohlenmonoxid (CO) beim Grillen unterschätzt. Es entsteht chemisch gesehen bei der unvollständigen Oxidation von kohlenstoffhaltigen Substanzen, also zum Beispiel beim Verbrennen von Holzkohle, und zwar besonders dann, wenn nicht genug Sauerstoff vorhanden ist. Man sollte also einen noch brennenden Grill niemals mit ins Haus nehmen und auch draußen für ausreichend Belüftung sorgen.

Kohlenmonoxid ist farb-, geruch- und geschmacklos und wird daher meist nicht bemerkt. Erst kürzlich starb ein Ehepaar in Halberstadt an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung wie der SPIEGEL berichtete. Es hatte den noch glühenden Grill in den Wintergarten gestellt und erstickt deswegen.