Kleinkinder bei Grillunfall verletzt

Am Samstag haben in Lüneburg zwei Jungen im Alter von ein und zwei Jahren schwere Brandverletzungen bei einem Grillunfall erlitten. Der HAZ zufolge schwebt der Zweijährige noch immer in Lebensgefahr. Die beiden Kinder waren von glühenden Kohlestücken getroffen worden, obwohl sie sich eineinhalb Meter vom Grill in einem Planschbecken befanden. Bei der Familienfeier ist ein Anzündkamin verwendet worden, um die Holzkohle und das Papier schneller zum Glühen zu bringen. Bei dieser Methode werden die Kohle oder die Briketts in den Kamin geschüttet, der auf eine feuerfeste, ebene Fläche gestellt wird. Dann legt man einige Anzündwürfel oder etwas Papier unter den Kamin und zündet sie an. Die Briketts oder die Kohle werden schnell durchgeglüht (ca.20 Minuten), was man an der weißen Ascheschicht erkennt, die sich auf ihnen bildet. Nun können die Briketts bzw. die Kohle auf dem Holzkohlerost verteilt werden. Einen solchen Anzündkamin gibt es von verschieden Herstellern, u.a. von Weber.

Die Ermittler haben den Grill und den Anzündeimer sicher gestellt um fest zu stellen, wie es zu dem Unfall kam.

Erste Hilfe bei Grillunfällen

Bei einem Grillunfall in Bischofsgrün hat eine Studentin am Mittwoch schwere Verbrennungen an den Armen, der Brust und im Gesicht erlitten und musste mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen werden. Unfallursache: Ihr 14-jähriger Bruder hatte Spiritus in den brennenden Grill gegossen. Sein Verhalten war leichtsinnig, ist aber kein Einzelfall. „Aus Leichtsinn, Unkenntnis oder wegen ungeeigneter Gerätschaften kommt es bundesweit jedes Jahr zu 2000 bis 3000 Grillunfällen, etwa 500 Patienten erleiden schwere Verbrennungen mit bleibenden Schäden, sagt Professor Dr. Peter Vogt, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin (DGV) und Direktor der Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

Ob man sich nun Verletzungen davon getragen hat, weil man Spiritus auf die Flammen gegossen hat, oder weil man sich am heißen Grillrost oder an den Holzkohlen verbrannt hat, in allen Fällen ist schnelles Handeln gefragt. Professor Dr. Hademar Bankhofer gibt Erste Hilfe Tipps gegen schmerzende Brandwunden.

Als erstes sollte man 15 bis 30 Minuten lang die verbrannte Stelle mit kaltem Wasser kühlen. Eiswasser und Eiswürfel sollte man nicht verwenden, die verstärken den Schmerz.

Hinterher kann man eine Hamamelis-Salbe auf die Stelle reiben. Nachdem der erste Schmerz getilgt ist, kann man die Heilung beschleunigen indem man z.B. einen Umschlag mit dem Absud von Eichenrinde auf die Haut legt.

Professor Dr. Hademar Bankhofer warnt davor, Brandblasen zu öffnen, denn diese seien ein Schutz für die Wunde.