Grillen mit Lavasteinen

Ein Grill, der im Grill-Blog bisher noch wenig Beachtung gefunden hat, ist der Lavasteingrill. Dieser kann zu den Gasgrills gezählt werden, jedoch wird das Grillgut nicht durch die Hitze des Gases gegrillt, sondern durch die Wärmeleitfähigkeit der Lavasteine.

Die Lavasteine werden durch einen oder mehrere Gasbrenner erhitzt und geben eine besonders gleichmäßige Wärme an das darüber liegende Grillgut ab. Wie bei einem reinen Gasgrill kann die Temperatur hierbei gut geregelt werden und die Lavasteingrills besitzen in der Regel einen Deckel.

Der Lavasteingrill gibt ein ganz eigenes Aroma ab, das mit anderen Grilltechniken nicht erzeugt werden kann. Wie beim Holzkohlegrill sollte darauf geachtet werden, dass nicht zu viel Fett und Marinade auf die Lavasteine tropft. Zwar entstehen eher selten Stichflammen, zu viel herunter tropfendes Fett kann aber auch hier in Kombination mit den Steinen ungesunden Rauch und gesundheitschädliche Stoffe erzeugen.

Die Reinigung des Lavasteingrills ist relativ unkompliziert. Am Ende des Grillabends den Deckel schließen und den Grill noch einmal anheizen. So verbrennen Rückstände zu Asche und der Grill kann einfach gereinigt werden. Die Steine selbst sollten mindestens 1-2 mal pro Grillsaison in Seifenwasser ausgekocht werden. Vor dem nächsten Grillen müssen sie aber wieder komplett getrocknet sein.

Fazit: Ein Lavasteingrill ist Geschmackssache – im wahrsten Sinne des Wortes.

Grillen über Echtholz

Dass die Holzkohle dem Grillgut seinen typisch rauchigen Geschmack gibt, ist ein weit verbreiteter Irrtum. Grillkohle besteht zu einem hohen Anteil aus reinem Kohlenstoff, verbrennt dieser, entstehen Wasser und Kohlendioxid. Beide geben dem Grillgut keinen Geschmack, sondern das verbrennende Fett oder der verdampfende Fleischsaft sind dafür ausschlaggebend. Der Geschmack kommt also beim Grillen über Holzkohle nicht aus dem Brennstoff.

Anders ist dies beim Grillen über echtem Holz, hier verleiht der Brennstoff dem Grillgut einen einzigartig rauchigen Geschmack, allerdings ist die Methode nicht ganz unaufwändig. Bevor das Fleisch auf den Grill kann, müssen die Holzscheite zu Glut herunter gebrannt sein, Flammen sollten nicht mehr vorhanden sein.

Die Wahl des richtigen Holzes

Lackierte Holzreste sind natürlich tabu, unbehandeltes Obst- und Hartholz, wie Eiche oder Buche, ist dagegen ideal. Auch Holz mit einem hohen Harzanteil, z.B. bei Nadelbäumen, scheidet aus. Wie beim Lagerfeuer sollte das Holz natürlich möglichst trocken und abgelagert sein.

Wer es nicht ganz so aufwendig mag, aber dennoch auf den unvergleichlichen Geschmack nicht verzichten möchte, der kann sich mit einem Pelletgrill behelfen. Dieser verfeuert ebenfalls Holz, aber eben in Pelletform. Leider sind Pelletgrills noch eher etwas für den größeren Geldbeutel.

Wie man Fleisch von Fett befreit

In seiner Barbecue-Bibel präsentiert Steven Raichlen nicht nur leckere Rezepte aus aller Welt; er versorgt seine Leser auch mit hilfreichen Tipps und Tricks rund ums Grillen. Zum Beispiel verrät er wie man Fleisch am besten von Fett befreit, bzw. von überflüssigem Fett, denn Raichlen weist darauf hin, dass Fett beim Grillen erwünscht ist, da mageres Fleisch auf dem Rost nicht saftig wird. Unter überflüssigem Fett versteht Raichlen Fettschichten, die dicker als 1 cm sind oder Fettstücke, die dicker als 2,5cm sind.

Bloß keine Pute

Pute ist zum Grillen viel zu trocken, meint Volker Hobl. Fürs Garen auf dem Grill empfiehlt er auf stern.de deswegen Abstinenz von Putenfleisch. Puten, das seien „die armen Viecher, bei denen … auf ein Kilo Fleisch ein Kilo Medikamente“ komme. Daher sei Putenfleisch zwar besonders fettarm, aber eben auch sehr trocken. Anders Wachteln: sie seien zwar auch fettarm, aber weil ihr Fleisch komplett von Haut umgeben ist, trotzdem saftig, genau wie Hähnchenbrust. Beim Grillen von Wachteln solle man deswegen auch die Haut dran lassen. Wer sein Fleisch saftig mag, solle zudem auf Fleischgabeln verzichten, Zangen seien besser.

Gesund Genießen

Langsames Garen bei niedrigen Temperaturen verhindert zum einen die Bildung gesundheitsschädlicher Substanzen und schont dabei Vitamine, die in grillfähigem Gemüse wie Paprika, Zuccini und Auberginen vorhanden sind. Wegen ihres geschlossenen Deckels eignen sich Webergrills ideal für diese Art Grillen. Der Deckel verhindert eine permanente Sauerstoffzufuhr und verringert somit das Risiko, dass sich herabtropfendes Fett entzündet und krebserregende Stoffe bildet. Ganze Braten, Fische oder große Steaks können auf Webergrills auch indirekt gegrillt werden, was nicht nur die Bldung von gesundheitsschädlichen Stoffen, sondern auch das Verkohlen des Grillguts verhindert.

Webergrills und ihre sanfte Garmethode eignen sich daher bestens für alle, die auf ihre Gesundheit achten wollen, inklusive derjenigen, die ihre Ernährung auf mehr Fisch, Gemüse und Obst umstellen wollen, um bald die gewünschte Sommerfigur zu erreichen.

Der perfekte Grillrost

Diplom-Ingenieur Cüneyt Ulusu hat einen 45 cm langen und 30cm tiefen Grillrost erfunden, der verhindert, dass Fett vom Grillgut in die Glut tropft. Dies wird durch Stäbe ermöglicht, die an den Seiten nach oben gewölbt sind, sodass Fett und Wasser aufgefangen werden. Ausserdem sind die Stäbe in zwei Ebenen versetzt angeordnet, was den Wärmeverlust reduziert. Ulusu plant seinen patentierten Grillrost für die nächste Grillsaison für ca.150 Euro auf den Markt zu bringen, wie die Westdeutsche Zeitung berichtet.

Germanisches Brachialgrillen

Heute pocht man auf höchstes Reinheitsgebot bei der Herstellung von Bratwürsten. Im ersten deutschen Bratwurstmuseum wird einem jedoch das (einstige) „germanische Brachialgrillen“ vor Augen geführt. Eine realsozialistische Wurst konnte niemals kaputt gegrillt werden, „so fett war sie“ erklärt Steffen Gerth in seinem Artikel Grillen fürs Seelenheil.“Und weil dieses Fett wie ein Wasserfall in die Glut troff, schütteten die Väter in Rippenunterhemden wie Feuerwehrmänner ständig Bier ins Feuer, um die hysterisch züngelnden Flammen zu bändigen.“

„Diese Art des Grillens ist die deutscheste Version des Fleischverzehrs. Einfache Zubereitung, rasante Sättigung – berechenbarer Lustgewinn. Eine Wurst, ein Brätel. Zwei, drei Bier dazu. Kräftiges Aufstoßen. Langes Ausruhen.“

Thomas Brinkmann, deutscher Grillkönig 2009, möchte die Deutschen weg von der Fress- und hin zur Genusskultur bringen. Der erste Schritt auf diesem Weg war für ihn die Entdeckung des Barbecue-Smokers, ein Gerät, das aussieht wie eine Lokomotive und mit dem man indirekt grillt, so dass kein Fett in die Glut tropft.

Krebsrisiko durch fettiges Grillen

Wenn Fetttropfen von einem Stück Fleisch durch den Rost in die Glut fallen, erklingt ein Zischen, das Krebsforschern Sorgen bereitet. Wie in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 11. Juli erklärt wird, sind in diesen Fetttropfen krebserregende Moleküle enthalten, die durch den Verzehr des Grillfleisches in hoher Dosis aufgenommen werden.

Es handelt sich u.a. um polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Diese Stoffe sind in fast allen Lebensmitteln unserer täglichen Ernährung enthalten, jedoch nur in sehr geringen Mengen. So nehmen wir einer europaweiten Studie zufolge im Durchschnitt täglich 67 Nanogramm von dem PAK Benzpyren durch Getreideprodukte wie Brot oder Müsli auf. Über Gemüse und Nüsse sind es 52 Nanogramm pro Tag und über Fleisch 42 Nanogramm. Ein stark angebranntes Fleischstück enthält hingegen bis zu 14 000 Nanogramm PAK Benzpyren.

Außerdem kommt es beim Grillen zur Maillard Reaktion, bei der freie Aminosäuren mit Zuckern reagieren. Diese Bräunungsreaktion verleiht dem Grillfleisch sein typisches Aroma. Gleichzeitig erzeugt sie jedoch Acrylamid und andere krebserregende Stoffe in gesundheitsgefährdenden Mengen. Die Maillard Reaktion erfolgt sobald eine Temperatur von 150 Grad Celsius überschritten wird. Die Temperatur eines typischen Grillfeuers beträgt aber 160 bis 300 Grad Celsius. Folglich setzen sich Grillliebhaber einem hohen Gesundheitsrisiko aus, wenn sie beim Grillen nicht bestimmte Grundregeln beachten (siehe dazu: Krebrisiko aus Grill und Pfanne).

Um die Temperatur niedrig zu halten, sollte zum einen darauf geachtet werden, dass der Abstand vom Rost zur Glut so groß wie möglich ist. Qualitativ hochwertige Grills, wie z.B. Gasgrills mit Gasregler und Thermometer, sind zu empfehlen, da man bei diesen die Temperatur gut einstellen und kontrollieren kann. Wer bei niedriger Temperatur grillen möchte, kann auch einen Deckel über das Grillgut legen.

Außerdem sollten einige Grill-Gewohnheiten völlig aufgegeben werden. So erzeugt Bier, das als Würzmittel auf das Grillfleisch gegossen wird, ebenfalls PAK in großen Mengen. Dies gilt auch für Marinaden und fettige Saucen. Je fetter das Grillfleisch, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass Fett in die Glut tropft. Um dies zu vermeiden, kann man Alufolie oder Alu-Grillschalen unter das Fleisch legen. Falls das Fleisch trotz aller Vorsichtsmaßnahmen stark angebrannt ist, kann man die angebrannten Fleischränder abkratzen.

Gesund grillen

Grillen ist grundsätzlich eine sehr gesunde Art & Weise Speisen zu zubereiten. Im Gegensatz zum Braten in der Pfanne liegt beispielsweise ein Steak während der gesamten Garzeit nicht Fett, im Gegenteil das Fett tropft auf dem Grillrost ab. Dadurch gelingt die Zubereitung sehr fettarm.

Ernährungsberaterin Gabriele Bermes empfiehlt in der Nordsee Zeitung vom 04.04.09 darauf zu achten, dass das Fett nicht in die Glut oder auf den Gasbrenner tropft und dort verbrennt. Bei einem 1kg Fleisch ensteht dadurch 5,8 bis 8 Mikrogramm krebserregendes Benzpyren. Das entspricht dem Rauch von 600 Zigaretten.

Deshalb empfiehlt es sich das Abtropfen durch Unterlegen einer Alufolie zu vermeiden. Alternativ ermöglichen hochwertige Grillgeräte zusätzlich zum direkten Grillen, bei dem das Grillgut direkt über der Glut liegt, indirektes Grillen. Dabei liegt das Grillgut nicht direkt über der Heizquelle. Abtropfendes Fett kann –  ohne zu Verbrennen – in einer Fettauffangschale gesammelt werden.

Gepökeltes Fleisch gehört nicht auf den Grill. Das im Nitritpökelsalz enthaltene Nitrit verbindet sich unter Hitze-Einwirkung mit dem im Fleisch enthaltenen Eiweiß zu Krebs erregenden Nitrosaminen.

Zum Marinieren des Fleisches sollten Sie Öle verwenden, die den hohen Temperaturen standhalten. Dies sind z.B. Erdnuss- und Olivenöl. Nicht zu empfehlen sind dagegen Sonnenblumen-, Weizenkeim- und Maiskeimöl, aber auch Butter. Die ungesättigten Fettsäuren oxidieren zu gesättigten Fettsäuren. Diese sind in größeren Mengen ebenfalls gesundheitsschädlich.

Um Grillen zu einem rundum gesunden Genuss werden zu lassen, sollten Sie insbesondere Schweine- und Geflügelfleisch durchgaren und bei dem vielen Fleisch nicht vergessen, dass auch Fisch und Gemüse sich sehr gut als Grillgut verwenden lassen.