Grillen nach Gesetz

Humorvoll hat die Frankfurter Rundschau die vergangenen Debatten über die Risiken beim Grillen in einem imaginären Grillgesetz verarbeitet. Hier ein Auszug:

Artikel I:  Grillen verpflichtet. (1) Der Grill ist nach bestem Wissen und Gewissen auszuwählen… (2) Nachhaltiges Braten ist mit Einweggrills unvereinbar, letztere werden bei Strafe verboten. (…)

Artikel II: Körperliche Unversehrtheit am Grill (1) Jeder hat das Recht auf Leben. Wenn also krankmachendes Fleisch mit krankmachenden Soßen verzehrt wird, darf wenigstens die Zubereitung nicht krank machen. (…)

Artikel III: Schutz von Passivgrillern in der Öffentlichkeit (1) Jeder hat das Recht auf die freie Ausbreitung seines Grillguts, soweit er nicht die Lungen anderer beschädigt. (2) Der Rauchaufstieg findet seine Grenzen, wenn polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) entstehen.

Artikel IV: Waffenmissbrauch(1) Alle Griller haben das Recht, sich ohne Anmeldung friedlich und ohne Waffen am Grill zu versammeln. (2) Die Nutzung flüssiger Grillanzünder wie Spiritus ist deshalb verboten.(…)

Artikel VI: Verweigerung aus Gewissensgründen
(1) Männer können vom vollendeten 18. Lebensjahr an nicht mehr am Grillen gehindert werden.(2) Wer aus Gewissensgründen gegenüber Bauxit-Arbeitern oder Regenwald den Wendedienst an der Wurst verweigert, kann Ersatzdienst mit Tupperware oder tropenholzfreier Kohle leisten.(…)

Eine Hommage an das Isargrillen

München und Berlin sind zwei Großstädte Deutschlands, aber ansonsten gleichen sich die beiden Städte kaum. Was die Einwohner jedoch gemeinsam haben, ist ihre Begeisterung für’s öffentliche Grillen. Die Süddeutsche Zeitung hat gestern einen tollen Artikel über den Einzug des „Isargrillens“ in das Münchner Brauchtum veröffentlicht. Genau wie in Berlin sind es vor allem die neu Zugezogenen – die Kölner, Hamburger und Istanbuler – die die neue Grilltradition eingeführt haben. Während es in Berlin jedoch immer wieder Ärger gibt, aufgrund des Tiergartenmülls der Griller, scheint in München alles ganz idyllisch zu verlaufen. Die Stadtverwaltung hat eine strenge Grillzonenregelung für die Isarauen durchgesetzt. Seitdem laufen Grillwächter rum, um zu kontrollieren, dass der Abfall nicht liegen bleibt. Außerdem hat die Regelung paradoxerweise bei den Münchnern das Interesse am öffentlichen Grillen geweckt. „Denn sobald etwas limitiert und damit exklusiv wird, möchten die Münchner auch dabei sein, das ist das alte Türsteher-Gen.“