Schwäbisch Hall: Grillhauptstadt 2012

Auf ihrer Mitgliederversammlung hat die German Barbecue Association (GBA) die Grillmeisterschaft 2012 nach Schwäbisch Hall vergeben und den Ort damit zur Bundesgrillhauptstadt 2012 gekürt. Am 5. und 6. Mai treffen sich dort die besten deutschen Griller zur Meisterschaften auf dem Haalplatz in der historischen Altstadt.

Die German Barbecue Association e.V. wurde 1996 gegründet und ist selbst Mitglied der World Barbecue Association (WBQA). Ziel der GBA ist die freizeitliche Grillkultur in Deutschland zu fördern und weiterzuentwickeln und als Informationsorgan rund ums Grillen zu dienen.

Internationale Weber-Grillstudie

Während in Deutschland für viele die Zeit des Abgrillens begonnen hat, grillen 55% der amerikanischen Grillfans auch in den Wintermonaten. Dies ist einer der Unterschiede zwischen Grillern verschiedener Nationen, die die internationale Weber-Grillstudie aufgedeckt hat. In der Studie wurden die Daten von 15.614 Grillern aus 15 Ländern erfasst und ausgewertet. Heraus gekommen ist u.a., dass das Ganzjahresgrillen auch in Deutschland langsam aber sicher zum Trend geworden ist: 24% der Deutschen grillen im Winter und 11 % grillen sogar an Silvester. Als Topanlass zum Grillen gelten jedoch weiterhin Geburtstage, gefolgt von Pfingsten, Vatertag und 1.Mai.

Außerdem bemerkenswert: 69% der Deutschen besitzen einen Holzkohle-, Gas-, oder Elektrogrill.

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Grillsheriffs für den Tiergarten?

Die Zeit hat in ihrer Ausgabe vom 20. August 2009 ein interessantes Dossier über den Grillstreit in Berlin rausgebracht. Seitdem das Grillen im Berliner Tiergarten 1997 ausdrücklich erlaubt wurde, kommt es alljährlich aufgrund des Grillabfalls zu heftigen Protesten. 1999 hat der Berliner Umweltsenator Flugblätter mit einer Grillordnung verteilt, damit es nicht aussehe "wie Sau". Im Mai diesen Jahres wurde die Debatte mit Beginn der Grillsaison erneut angeregt, u.a. durch den Vorschlag des CDU-Fraktionsvositzenden Uwe Götze einen privaten Sicherheitsdienst im Tiergarten durch eine Grillabgabe von 5 Euro pro Grillplatz zu finanzieren. Es stimmt schon, die Leute tragen nicht nur sämtliches Gartenzubehör aus Berlin in den Tiergarten, sondern leider auch Wegwerfartikel, die dann auch wild weggeworfen werden. In ihrem Artikel macht Stefanie Flamm jedoch deutlich, dass mehr hinter dem Grillstreit steckt als nur die Sorge um die Umwelt. Denn es sind vor allem Migranten, die am Wochenende mit Kind und Kegel den Tiergarten aufsuchen und ihn zu ihrem „öffentlichen Wohnzimmer“ machen. Der Protest einiger Politiker und vieler Anwohner rühre demnach womöglich daher, dass diese Personen (noch) nicht akzeptiert hätten, dass sie in einem Einwanderungsland leben. So lautet zumindest die These von Stefanie Flamm.

Während sie  nur wahrnehmen, dass „ihr“ Tiergarten mit der Flut der Migranten unordentlicher und schmutziger geworden ist, meinen andere, wie der Baustadtrat Gothe, dass das Grillen im Park ein „Symbol gelebter Integration“ sei. Doch ob es sich wirklich um Integration handelt, ist strittig, wenn man bedenkt, dass die Migranten meist unter sich bleiben und zudem ihren Abfall liegen lassen. „Kann es sein“, fragt Stefanie Flamm, „dass der Tiergarten ein Raum ist, den die Stadt den Migranten gibt, damit jeder sieht, dass sie sich kümmert? Und schickt die Stadt vielleicht deshalb so geduldig jeden Morgen Putzkolonnen vorbei, damit niemand merkt, dass mit der gelebten Integration einiges nicht stimmt?“.

Aysie Henki bedeutet das Grillen im Tiergarten jedenfalls viel. Anfangs sei ihr Deutschland kalt vorgekommen, da sie ohne Verwandte oder Freunde, und ohne Garten oder Balkon da stand. Erst durch das gemeinschaftliche Grillen im schönen Tiergarten habe sie sich Deutschland als Heimat vorstellen können.

Bratwurstspezialitäten

Vor einer Woche wurde den Franzosen auf dem Kultursender Arte eine „Spezialität“ der deutschen Gastronomie vorgestellt: die Currywurst, die an jeder Ecke und in jeder Imbissbude verkauft wird. Ob mit oder ohne Curry, Bratwürste sind in Deutschland in der Tat beliebt, besonders bei Grillern. Die deutsche Bratwurst ist jedoch nicht die einzige Wurst, die für den Grill geeignet ist. Die italienische Salsiccia aus Schweinefleisch z.B. oder die französische Saucisse aus Entenfleisch sind gegrillt äußerst schmackhaft. Es lohnt sich auch mal in einem Feinkostladen einzukaufen, um ein bisschen Abwechslung auf den Grillrost zu bringen. Wer es stark gewürzt mag, sollte einen türkischen oder arabischen Spezialitätenladen aufsuchen. Dort findet man oft die marokkanische Version der Bratwurst, die Merguez. Sie wird aus Lammfleisch hergestellt und mit Chilischoten, Kreuzkümmel, Koriander, Knoblauch, Rosmarin und gelegentlich mit Zimt und Minze gewürzt.

Deutschlands beliebteste Grillplätze

Auf dem Grillportal www.grillen-barbecue.de befindet sich ein praktischer Grill Guide mit dem man die beliebtesten Grillplätze Deutschlands ausfindig machen kann. Ob am Main in Frankfurt oder am Flaucher in München, die meisten öffentlichen Grillplätze sind auf einer Karte mit einem roten Flammensymbol gekennzeichnet, so dass man sich einen guten Überblick verschaffen kann.

Deutschland grillt – harmonisch!

Laut einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach vom Mai 2008 grillen 75% der Deutschen gerne. Gleichzeitig gehen die Deutschen rücksichtsvoll miteinander um. Nur 15% geben an, dass Ihre Nachbarn wenig Rücksicht nehmen. Der größte Teil freut sich über eine funktionierende Nachbarschaft und braucht sich nicht über Geruchs- oder Geräuschbelästigung zu kümmern.