Herbstgrillen, Oktoberfest und selbstgebrautes Bier

Was für ein Altweibersommer! Nicht allzu oft gibt es Ende September so sommerliche Temperaturen. Von Herbstgrillen kann dieser Tage also eigentlich keine Rede sein. Viele Freunde der Freiluft-Fleischzubereitung haben ihre Grills sicher schon winterfest gemacht oder eingemottet und holen die Geräte nun wieder hervor. Die Ausssichten für das bevorstehende lange Wochenende mit dem Tag der Deutschen Einheit sind gut – man sollte die Gelegenheit also nochmal nutzen und ein Grillevent veranstalten.

Und was liegt für einen thematischen Rahmen da näher, als das derzeit stattfindende Oktoberfest. Von manchen als Massenbesäufnis verachtet und von seinen Fans geliebt ist es in jedem Fall  eine Verneigung vor dem Getränk, das ganz unvermeidlich auch zum Grillen dazu gehört: dem Bier. Die bayerische Kultur und damit die Braukunst aus dem Freistaat ist ein Exportschlager. Ich finde zurecht. Nirgendwo auf der Welt gibt es eine höhere Brauereidichte, nirgendwo werden so vielfältige Biersorten hergestellt und nirgendwo wird der Genuss von Bier so unnachahmlich zelebriert.

Und daher verwundert es nicht, dass zahlreiche Biertrinker dazu angeregt werden, die Bajuvaren nachzuahmen. Das äußert sich nicht nur durch teilweise schauderliche Oktoberfest-Kopien auf den Dorfplätzen der Republik, in Supermärkten und Restaurants, sondern auch in dem Trend, sein eigenes Bier zu produzieren. Hausbrauen ist schwer angesagt, diverse Onlineshops liefern die passende Ausrüstung und Themenseiten das notwendige Know-How. Im Forum hobbybrauer.de diskutieren beispielsweise Verfechter des Selberbrauens und unter dem Kürzel VDH organisiert sich eine Vereinigung der Haus- und Hobbybrauer e.V.

Doch damit nicht genug. Es gibt sogar nachgelagerte Wertschöpfungsketten, die sich den Trend zunutze machen. Ein gutes Beispiel ist der Großhändler Hartmut Bauer aus Tamm bei Ludwigsburg. Er verkauft Flaschen aller Art und hat ein spezielles Bierflaschensortiment mit der klaren Zielgruppe Kleinstbrauereien und Privatpersonen aufgestellt. Schließlich muss das Hausgebraute ja auch abgefüllt werden. Und so erhält man bei Flaschen Bauer je nach optischer Vorliebe unterschiedliche Modelle – von klassisch über Longneck bis zur sogenannten Maurerflasche. Kronkorken gehören selbstverständlich auch dazu. Und Etiketten kann man sich heutzutage selber drucken.

Unklar ist mir persönlich noch, ob das selbst hergestellte wirklich mit einem zünftigen Oktoberfestbier aus München mithalten kann. Bisher hatte ich keine Gelegenheit das Werk eines Hausbrauers zu verkosten. Neugierig bin ich. Selber brauen werde ich aber gewiss nicht, dann das erlaubt meine Frau niemals!

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